"Wollt ihr mich verarschen"

Lennart Holsten setzt Akzente

59:75 nach 31:16-Führung - Coach König fehlen nach Pleite im Kellerduell die Worte

Scheessel- Wortlos verließ Coach Thomas König nach der 59:75 (40:32)-Pleite seiner Oberliga-Basketballer der BG ’89 Hurricanes die große Sporthalle in Scheeßel. Er war sauer – und das nach der desolaten Vorstellung seiner Mannschaft im Kellerduell gegen Bremen 1860 völlig zurecht. Die König-Crew bleibt damit am Tabellenende kleben wie ein ausgelutschtes Kaugummi auf dem Boden.

Dabei starteten die Hurricanes noch so eindrucksvoll in dieses Spiel und erzwangen durch eine aggressive Verteidigung im ersten Viertel viele Turnover, die sie dann auch in Punkte umwandelten. Mit einer komfortablen 31:16-Führung gingen die Gastgeber in das zweite Viertel. Doch dort war bereits der Wurm drin, in der Offensive ging so gut wie kein Ball mehr durch den Ring. Basketball ist ein Spiel der Läufe, und so konnten die wenigen Zuschauer in dieser Phase noch gelassen sein, denn die BG ’89 behauptete ihre Führung zur Pause mit 40:32, auch wenn sie sich mit dem stärker aufspielenden und deutlich älteren Gegner immer schwerer tat. Vor allem Aufbauspieler Jonathan Orth bekam die harte Spielart der Bremer immer wieder zu spüren, hielt aber wie der Rest der Mannschaft in der ersten Halbzeit mit gutem Einsatz dagegen. So geht Abstiegskampf.

Im zweiten Durchgang verweigerten die Hurricanes den Abstiegskampf jedoch. „Wir schaffen es nicht, über 40 Minuten unser Potenzial abzurufen“, gestand auch Flügelspieler Ronald Völker. Es wurde nicht verteidigt, es wurde nicht gelaufen, in der Offense wurden die Angriffe halbherzig vorgetragen und die Würfe unkonzentriert abgeschlossen. 1860 verstand es, durch physisch starkes Spiel, den Gastgebern den Schneid vollständig abzukaufen. „Wollt ihr mich verarschen?“, platzte es Mitte der zweiten Hälfte aus Coach König heraus – und nicht einmal sein sonst so charmanter österreichischer Akzent konnte die Schärfe aus diesem Satz nehmen. Die Gäste gewannen das dritte Viertel mit 27:11. Letztlich war bereits vier Minuten vor Schluss das Thema durch und die fünfte Saisonniederlage (in Folge) besiegelt. „Jetzt müssen wir das Feld von hinten aufrollen“, gibt sich Ronald Völker aber noch nicht geschlagen. - mis

Rotenburger Kreiszeitung

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