Da bin ich Fan von

Dem Frosch ihm seine Locken

von Mike Schmidt

Bereits kurz nach dem gestrigen Spiel unserer Herren habe ich mich auf dem Weg zu meinem Neffen gemacht, weil ich an diesem Abend auf ihn aufpassen sollte. Das mache ich immer gerne, denn wir haben viel Spaß zusammen. Wir zocken Socken, lassen Schweine fliegen oder löschen mit unseren Raumschiffen die Dinosaurier aus. Gerne lümmeln wir auch auf dem Sofa rum, schlagen uns die Bäuche mit Süßkram voll und gucken Zeichentrickfilme bis wir quadratische Augen kriegen. An diesem Abend haben wir Asterix und Obelix dabei zugesehen wie sie den Römern zeigten wo der Frosch die Locken hat und dabei ist mir dann doch der Gedanke gekommen, das unsere Herren das schon lange nicht mehr getan haben, dem Gegner gezeigt wo der Frosch die Locken hat.

In den ersten zehn Minuten der gestrigen Partie waren unsere Jungs auf einem guten Weg dahin. Mit einer aggressiven Verteidigung haben sie viele Turnover erzwungen und mit einem schnellen Umschaltspiel die Bremer im Grunde an die Wand gespielt. 31 Punkte haben die Herren den Gästen dabei eingeschenkt. BÄM! Doch für das was dann kam fehlen mir fast die Worte und „desolat“ ist wohl die bestmögliche höfliche Form die zweite Halbzeit zu beschreiben. „Wollt ihr mich verarschen?“ platzte es Mitte der zweiten Hälfte aus Coach König heraus und noch nicht einmal sein sonst so charmanter Akzent konnte die Schärfe aus diesem Satz nehmen. Er traf aber, so leid mir das tut, den Kern der Sache. Es ist das eine hinter einem Team zu stehen wenn es nicht gut läuft, etwas ganz anderes aber ist es einem Team die Hand vor den Allerwertesten zu halten wenn es aufgibt.

Was sich bereits im zweiten Viertel abgezeichnet hat, haben unsere Jungs dann leider im dritten Viertel vollendet. Sie waren die perfekten Gastgeber und luden die Bremer ein in unserer Halle zu gewinnen. Nix mit „Das ist unser Haus“. Nee, kümmet rein und nehmet was ihr kriegen könnt. Dafür haben sie in diesem Durchgang sogar den roten Teppich ausgerollt. Bremen 1860 lässt sich nicht zweimal bitten und tut genau das. Sie nehmen die Punkte mit. Die Spieler stehen bedröppelt da, die Zuschauer blicken verwirrt und der Coach ist sauer und enttäuscht.

Es ist so gar kein Problem ein Spiel zu verlieren, auch nicht Fehler zu machen (wegen mir auch fiele Fehler), aber aufgeben güldet nicht und das Team muss spätestens jetzt zeigen aus welchen Holz es geschnitzt ist, denn so wie gestern kann man auch nicht in der Landesliga bestehen und da wird der Weg mit dieser Einstellung hingehen. Es wird Zeit zu zeigen wo der Frosch die Locken hat.

In diesem Sinne immer sportlich bleiben
Mike

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