SPIELERIN DES WOCHENENDES - Top-Rebounderin sind die Statistiken egal

Hannah Pakulat hatte die kürzeste Rückreise. Auf dem Weg von Osnabrück nach Scheeßel sprang die Flügelspielerin der Avides Hurricanes bereits in Vechta aus dem Bus. Dort ging für die 25-Jährige schließlich am Montag ihr Studium weiter. „Im Sommer will ich damit durch sein“, sagt sie. Den Spagat zwischen dem anstehenden Abschluss an der Uni und dem Basketball in der Heimat bekommt die künftige Sport- und Englischlehrerin scheinbar mühelos hin. Aktuell ist die Vorzeigekämpferin mit 56 eingesammelten Bälle sogar die beste deutsche Rebounderin in der 2. Basketball-Bundesliga Nord – und die zweitbeste hinter der Amerikanerin Erika Livermore (Alba Berlin/66).

Ein neuer Top-Wert gelang Pakulat während des 73:66-Sieges bei der Panthers Academy Osnabrück: Ein Double-Double mit 13 Punkten und 14 Rebounds – erst das zweite für sie in dieser Liga. Zudem blockte die Lauenbrückerin zwei Bälle ab und hatte den höchsten Effektivitätswert in ihrem Team. „Sie war wieder stark und hat es mit ihrer Energie rausgerissen“, fand auch das mitgereiste Vorstandsmitglied Utz Bührmann und dachte vor allem auch an die Schlussphase, in der Pakulat mit vier Punkten in der Crunchtime maßgeblich am Sieg beteiligt war.

Sie selbst macht sich wenig aus Zahlenspielen. „Ich finde die Statistiken ein bisschen überbewertet. Wichtig ist, dass man als Team funktioniert“, sagt Pakulat. Dass es bei ihr in dieser Saison gut läuft, hat sie aber auch schon selbst bemerkt. Im Gegensatz zum Vorjahr, in dem sie aufgrund eines Auslandsaufenthaltes verspätet eingestiegen war, hat sie die Vorbereitung komplett absolviert.

So nimmt sie trotz der Anfahrt aus Vechta auch an allen drei Trainingseinheiten unter der Woche teil. „Außerdem habe ich mittlerweile mehr Erfahrung und bin ruhiger. Ich spiele einfach und denke nicht viel darüber nach.“ Dazu passt ihre Einstellung, wenn sie dem orangen Spielgerät hinterherhechtet: „Wenn ich den Ball sehe, will ich ihn haben. Da gucke ich nicht, was drumherum los ist“, meint Pakulat und ergänzt schmunzelnd: „Das merken meine Mitspielerinnen auch manchmal.“ Bisher blieben größere Blessuren aber aus.

Auch der Erstliga-Spitzenreiter Rutronik Stars Keltern, am Sonntag im Achtelfinale des DBBL-Pokals zu Gast, soll Pakulats Qualitäten zu spüren bekommen. „Ich spiele gerne gegen so gute Teams, das macht einfach Spaß. Und ich habe Lust, Keltern ein bisschen zu ärgern“, verrät sie vor dem Wiedersehen mit dem früheren Ligarivalen.

(Rotenburger Kreiszeitung)

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